Ein guter Freund von mir, Marco, hatte mich und Noemi schon vor einiger Zeit eingeladen ihn in Treviso (im Veneto) zu besuchen. Nach einer ewigen Terminsuche haben wir das dann mitte Mai auch endlich geschafft.

Am Bahnhof holte uns dann der Bruder von Marco ab und nach einer himmlischen Pizza, von Marcos sizilianischer Oma gebacken, machten wir uns dann auf um eine Stadtbesichtigung bei Nacht zu machen. Treviso ist wirklich wunderschön: kleine Kanäle und Brücken erinnern an das nahegelegene Venedig, alte Mühlräder an die Vergangenheit, die Fontana delle Tette (der Busen-Brunnen) an einstige Völlerei und das vollständig erhaltene Stadtmäuerchen samt Graben ein wenig an die Spandauer Zitadelle.

Anschließend trafen wir uns in einer Osteria mit Freunden von Marco und Dario (dem Bruder) und wurden auf Prosecco und Grappa aus der Gegend eingeladen. Eigentlich wollten wir ja auch an den nächsten Tagen ein bisschen was unternehmen,aber da es wie aus Eimern schüttete blieben wir einen Großteil des Tages im Haus. Abends stand dann der Geburtstag von Marcos anderem Bruder an, wodurch wir in den Genuss einer italienischen Familienfeier kamen. Die Verwandtschaft, teils Sizilianer, teils Venezianer (darunter ein echter venezianischer Gondoliere) konnte ich - trotz der Dialekte - gut verstehen, worauf ich sehr stolz bin! :-)
Trotz des anhaltenden Regens genossen wir also die Tage in Treviso. Am letzten Tag gingen wir morgens in die Kirche (fast alle meine Freunde hier gehen regelmäßig einmal in der Woche zum Gottesdienst), und machten dann einen Ausflug zum nahegelegenen Canova-Museum.

Nur eine Woche später war ich schon wieder unterwegs: meine Eltern sammelten mich auf dem Weg in den Urlaub nach Ligurien ein und nahmen mich für ein Wochenende mit dorthin.

Doch auch da war Petrus mir nicht gut gesonnen und so musste ich auf ein Bad im Meer verzichten :-(
Die Orte an der ligurischen Küste, die ich gesehen habe, sind zwar recht hübsch, aber für meinen Geschmack etwas zu touristisch. Was mir allerdings sehr gefiel war die kleine Insel in Schildkrötenform vor Alassio.

Nach diesen zwei Kurzurlauben konzentrierte ich mich wieder ganz auf die Uni: ich machte mit einem meiner Kurse zwei Exkursionen zur Scala. Eine ging zu den Werkstätten, wo wir die gigantischen Hallen zu sehen bekamen, in denen die Bühnenbilder und Kostüme hergestellt und z.T. aufbewahrt werden, was wirklich beeindruckend war. Vor allem die Massen an Kostümen und Accessoires, die dort hergestellt wurden und die unzähligen Menschen, die dort arbeiteten hätte ich so nicht erwartet. Außerdem konnten wir einer Regie-Probe zu "La Traviata" auf der Probebühne zusehen.

Die zweite Exkursion ging direkt zum Teatro alla Scala, wo wir hinter den Kulissen herumgeführt wurden und in das Teil an der Decke, über dem Kronleuchter, gehen durften. Anschließend an beide Exkursionen konnten wir dann die Hauptproben für "Il Prigioniero/Blaubarts Burg" und "La Traviata" ansehen.
Danach ging es dann richtig mit der Arbeit für die Uni los: ich bekam die Aufgabe ein Referat über die Aufführungspraxis von Vivaldis "Orlando furioso" zu halten, incl. Rekonstruktion der Instrumentierung und einer "kritischen Edition" einer Arie, die ich aus dem Manuskript auswählen und mit möglichen Ornamentationen versehen sollte. Zu Anfang fühlte ich mich mit dieser Aufgabe überfordert, aber am Ende lief das Referat dann doch ganz gut.
Danach ging es an´s Lernen für die mündlichen Prüfungen. Inzwischen ist die Vorlesungszeit hier vorbei und ich habe die erste der letzen vier Prüfungen hinter mir. Ab morgen wird dann weitergelernt...
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