Die zweite Ausnahme war das Blues-Konzert der Band eines guten Freundes. Das war das erste Mal seit Ewigkeiten, dass ich mal wieder nicht-klassische Livemusik zu hören bekam. Nicht nur deshalb war ich wirklich begeistert. Die Jungs der Relic Blues Band waren WIRKLICH SAUGUT! Perfektes Zusammenspiel, großartiges Entertainment und echtes Improvisationstalent.
Nach den Prüfungen standen dann gleich zwei verlängerte Wochenenden an: das erste dank des "giorno della liberazione" (Tag der Befreiung), das zweite wegen des ersten Mais. Den "giorno della liberazione" beging ich mit ein paar Freunden pizzaessend am Domplatz. Danach gab´s das inzwischen fast obligatorische Eis, weil eine meiner Freundinnenden den Kellner der Eisdiele so schnuckelig fand. Beim flanieren danach entdeckten wir dann, dass in der Piazza Roma ein Live-Konzert stattfand,wo eine wirklich gute florentiner Band (Train de vie) spielte. Deren Musik gefiel mir sehr gut.
Das ganze war zugleich auch politische Aktion, bei der daran erinnert wurde, dass Italien trotz oder gerade wegen der Wiederwahl Berlusconis nicht in alte Muster zurückfallen dürfe.In den darauffolgenden Tagen brachte Langeweile mich dazu, in Mailand shoppen zu gehen und mir die Haare bei einem italienischen "Figaro" ;-) schneiden zu lassen.
Eigentlich hätten dann die Vorlesungen wieder beginnen sollen, aber wegen des noch ausstehenden verlängerten Maiwochenendes haben unsere Professoren den Vorlesungsbeginn um eine Woche verschoben.
Nach einem Spaziergang hinunter zum Ticino-Fluss, wo man eine sehr schöne Sicht auf die Stadt hatte,
Inzwischen haben endlich die Vorlesungen wieder angefangen. Dieses Semester besuche ich besonders interessante Lehrveranstaltungen. Zu einer davon gehört auch ein Seminar über barocken Tanz.
Heute haben wir dort gelernt wie man mit Hilfe verschiedener historischer Quellen wie z.B. Traktaten die verschiedenen Tänze (Allemande, Sarabande, Gigue, Menuett usw.) rekonstruieren kann. Nebenan ist ein Beispiel für eine notierte Tanzchoreografie aus einem Traktat des barocken französischen Choreografen Raoul Feuillet zu sehen, der eine der wichtigsten Quellen darstellt. Tatsächlich haben wir dann selbst barocke Tänze getanzt. Erst eine englische Gigue nach einem Vorbild aus einer Purcell-Oper und danach eine Bourèe, einen französischen Hoftanz.Jetzt gleich werde ich mal wieder mit Freunden Eis essen gehn. Schließlich ist es hier jetzt wirklich Sommer geworden :-)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen