Mittwoch, 10. Oktober 2007

Touristin und Studentin

Von Sonntag bis Dienstag waren meine Eltern hier um mich zu besuchen und mir noch weitere 20 kg meiner Sachen zu bringen. Daher habe ich ihnen dann die Stadt gezeigt und alles besichtigt was zu besichtigen war. Da ich ja aber auch Vorlesungen hatte musste ich nun dauernd zwischen Unialltag und Touristendasein hin- und herwechseln. Das war vielleicht ein merkwürdiges Gefühl...
Hier habe ich einige Fotos von unseren Spaziergängen beigefügt. Oben sieht man mich zum Beispiel neben Claudio Monteverdi stehen. Er wurde hier geboren und hat hier seine Ausbildung zum Musiker absolviert ehe er nach Mantua und später nach Venedig ging.

Aber ich war auch endlich mal am Po, besser gesagt im Parco al Po und auf dem Friedhof, der wirklich seeeeehr beeindruckend ist: er ist riesig, die Italiener stapeln meterhoch ihre Gräber übereinander und es gibt viele Gräber noch aus dem 19. Jahrhundert...
Inzwischen habe ich nun also auch wasserdichte und winterfeste Schuhe, dicke Pullis einen Mantel und ähnliches hier. Muss also nicht frieren, wenn es kalt werden sollte.

Wie immer sitze ich jetzt gerade in meiner Mittagspause zuhause. Es ist echt ätzend, dass hier immer dann, wenn ich frei habe alles zu hat. Jedes Geschäft, alle Ämter und so weiter schließen in der Zeit von 12:30 bis 16:00 Uhr, also genau dann, wenn ich Zeit hätte all so etwas zu erledigen. Und Montags hat fast alles den ganzen Tag geschlossen. Auch Restaurants, Bars und Cafés. Da ist die Stadt dann wie ausgestorben. Schon ärgerlich...


Gerade musste ich mich wieder am Hals kratzen. Genau an der Kehle hat mich nämlich eine fiese Mücke gestochen. Angeblich soll es hier ja sogar solche geben, die Malaria übertragen...
Was aber noch viel nerviger ist als die Mücken sind die Fliegen. Die kommen nicht nur zu den Restaurants und Cafés und surren um einen herum, sondern sie fliegen auch in die Vorlesungssäle und lenken einen dann ganz furchtbar ab - so ekelig!


Was mich auch sehr überrascht hat, sind unsere Nachbarn. Die, die unter uns wohnen spinnen nämlich. Dauernd hommen sie zu uns hoch und meckern, weil wir zuviel Lärm machen: mal knarzen die Bettrahmen zu sehr, mal ist der Fernseher angeblich zu laut, mal mache ich beim nach Hause kommen Lärm mit meinen Absätzen und wecke sie damit mitten in der Nacht auf. Die spinnen echt.

Wegen der Bettrahmen haben sie meinen Mitbewohnern neue Bettrahmen geschenkt. Heute haben sie uns einen Kuchen hochgebracht. Als Belohnung, weil wir in den letzten Tagen so brav waren. Und wenn wir weiterhin leise sind, kriegen wir öfter Kuchen, haben sie gesagt...
Das nenne ich mal Pawlow'sche Konditionierung! ;-)

Trotzdem gefällt es mir hier nach wie vor sehr. Die Stadt ist echt schön, die Uni ist toll und die Menschen alle sehr nett und hilfsbereit.

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