Sonntag, 14. Oktober 2007

Milano

Gitarrenharfe im Castel SfortescoAm Freitag haben wir mit einem meiner Kurse eine Exkursion zum Musikinstrumentenmuseum in Milano gemacht. Die haben da vielleicht tolle Sachen! Sehr beeindruckt hat mich zum Beispiel diese Gitarren-Harfe hier.

Piazza MercantiIch hatte schon vorher beschlossen, die Gelegenheit auszunutzen und danach noch länger zu bleiben und mir Milano mal etwas genauer anzusehen. Das hab ich dann nach einer Latte-Macchiato-Pause auch getan. Zuerst gings durch die Fußgängerzone zur Piazza Mercanti, einem der ältesten Plätze Mailands.

Piazza del DuomoDanach bin ich dann direkt weiter zur Piazza del Duomo. Da war die Hölle los: irgendwie haben da Schüler gegen eine Reform des Bildungsministeriums protestiert und offenbar war auch irgendein Star da, denn zeitweise fingen v.a. die Mädels an hysterisch zu kreischen wie auf nem Popkonzert.

Da ich mir das Ganze lieber aus der Distanz ansehen wollte und sowieso schon total gespannt war auf den Dom zu steigen hab ich denselbigen also einmal halb umrundet und hab mich dann an den Aufstieg gemacht.
Mailänder DomMarmormassenGalleria Vittorio Emanuele von obenLaufstegLeonardos Aufzug vor den riesigen Kirchenfenstern
Schon toll diese Architektur, die Massen an Mamor und dann dieser "Laufsteg" auf dem Dachfürst - DER Hammer!!! Drinnen war es aber mindestens genauso beeindruckend. Nicht so überladen wie viele andere italienische Kirchen. Dafür riesige tolle bunte Fenster, vier (!) riesige Orgeln und ein von Leonardi da Vinci höchstpersönlich konstruierter Aufzug zu der heiligen Reliquie an der Decke. Angeblich haben die da nämlich nen Nagel vom Kreuz Jesù...

Danach bin ich dann zum Grab des Mannes gefahren, den viele Musikliebhaber vergöttern:Casa di Riposo Giuseppe Verdi liegt nämlich in einer kleinen Kapelle im Innenhof seiner Casa di Riposo - einem von ihm durch eine Stiftung gegründeten Altersheim für verarmte Musiker - begraben. Tatsächlich scheinen da auch heute noch Musiker zu wohnen. Jedenfalls hörte man im Innenhof unabhängig voneinander einen Sänger und einen Violinisten/in proben und der Rest des Gebäudes war auch nicht zugänglich für die Öffentlichkeit.

einer der Navigli
Anschließend wollte ich mal das etwas andere Milano sehen.Idylle im Ticinese-ViertelUnd tatsächlich: Im Viertel Ticinese bei den Navigli (kleine Kanäle/Grachten) herrschte eine Idylle und Ruhe vor wie man sie in Milano nie erwarten würde. Hübsche kleine Häuschen und unzählige Brücken über die kleinen Kanäle. Das war echt schön!

Galleria Vittorio Emanuele, außenVon da aus bin ich dann zurück zum Zentrum gelaufen. Auf dem Weg hab ich zufällig DEN Punker-Treffpunkt Mailands entdeckt. Galleria Vittorio Emanuele, innenDa bin aber lieber schnell weiter. Zum Schluss noch einmal durch die Galleria Vittorio Emanuele, an der Scala vorbei und dann zur U-Bahn.
Hier sieht man jetzt die Scala. Dort habe ich zwar noch keine Oper gesehen, dafür aber hier in Cremona.Teatro alla Scala Im Teatro Ponchielli hab ich neulich nämlich mit ein paar Kommilitonen "The Turn of the Screw" von Benjamin Britten gesehen. Ich fand das Stück großartig und war total überrascht von der Qualität dieses Opernhauses. Zwar können die hier nicht mit einer Staatsoper mithalten, aber Sänger und Musiker waren wirklich gut und auch die Inszenierung war nicht schlecht.

Eines muss ich jetzt noch loswerden: mir ist aufgefallen, dass die Italiener oft übermäßig förmlich sind. Wenn man zum Beispiel andere Studenten kennenlernt und einer fragt "Come ti chiami?" also: "Wie heißt Du?", dann schütteln sich beide die Hände nennen sich ihre Vornamen und sagen "piacere" - also sowas wie "angenehm". Irgendwie passt das nicht in mein Weltbild...

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